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hitec: Logistik der Massen
Tokios Bahnsystem
Tokyo ist eine Megametropole, die notorisch aus allen Nähten platzt. Über 8 Millionen Menschen leben allein in Tokyo City. Im gesamten Ballungsraum sind es über 36 Millionen. Täglich strömen über 11 Millionen Pendler aus den Vororten hinein ins Zentrum. Zum arbeiten, studieren oder shoppen. Und Nirgendwo wird die Schiene mehr genutzt als in Japan. 24000 Kilometer durchlaufen das Land. Ein drittel davon allein in Tokyo.
Verspätung
Die Japaner legen besonders Wert auf Pünktlichkeit. Die Schaffner sind darauf geeicht, die Züge sekundengenau abzufertigen. Schon ein paar Minuten Verspätung belastet die Toleranzgrenze der Japaner. Öffentliche Entschuldigungen über Lautsprechersysteme beginnen schon bei einer Minute Verspätung. Aber nicht nur die Befindlichkeiten der Kunden sind der Bahn wichtig. Verspätungen lösen auf den Bahnhöfen auch Überfüllung und Chaos aus.
Geschwindigkeit
Der japanische Geschwindigkeitsmythos schlechthin ist der Shinkansen. Er gilt heute in Japan als zuverlässigstes Verkehrsmittel - 300 Züge verlassen am Tag den Bahnhof in Tokyo und verbinden die Hauptmetropolen des Landes - im Minutentakt. Die Verspätungen liegen bei gerade mal 24 Sekunden pro Zug – Witterungs bedingte Verspätungen mit eingerechnet. Und: In seiner mehr als 40-jährigen Geschichte gab es keine nennenswerten Unfälle mit Todesopfern zu beklagen. Die emotionale Bindung der Japaner an ihren Shinkansen ist groß.
Nicht kalkulierbare Katastrophen
Im März 1995 verübte die Weltuntergangsekte Aum einen Giftgas-Anschlag. In drei U-Bahn Zügen setzten Mitglieder der Sekte das hochgiftige Sarin frei. 12 Menschen starben, mehr als 5000 erlitten zum Teil schwere Verletzungen. 15 U-Bahnhöfe waren betroffen. Der Anschlag traf das Land im Herzen der Stadt unter dem Regierungsviertel – aus heiterem Himmel – eine nicht kalkulierbare Katastrophe.
Quelle: 3Sat.de