Orkan "Kyrill" fegt durch Deutschland
Besonders betroffen
die Nordseeküste
Deutschland rüstet sich für einen
gewaltigen Sturm: Orkantief "Kyrill"
soll am Donnerstag mit bis zu 150 Stundenkilometern
über das Land fegen.
Der Sturm werde mit voller Wucht
auf die Nordseeküste treffen und anschließend Richtung
Südosten das Land überqueren, sagte Meteorologin
Dorothea Paetzold vom Deutschen Wetterdienst (DWD) in Offenbach.
Der DWD gab für ganz Deutschland eine Warnung heraus.
Bis Freitag sei überall mit Orkanböen der Windstärken 11 und 12 zu rechnen.
Spätestens von Donnerstagnachmittag an solle man möglichst zu Hause bleiben.
Bei einem Sturm dieser Stärke könnten Bäume umstürzen.
"Man sollte sein Auto deshalb nicht unter einem Baum oder dicht am Meer parken", sagte Thomas Globig
von Meteomedia auf der Ostsee-Insel Hiddensee.
Es seien auch erhöhte Wasserstände an den Küsten möglich.
In Bayern warnten Meteorologen vor einem Spaziergang im Wald.
Auch Skifahren sei eine "schlechte Idee".
Gefahr für die Menschen
Worauf sich die Bürger womöglich einstellen müssen, zeigt das Beispiel des verheerenden Orkans "Lothar".
Er zog am zweiten Weihnachtsfeiertag 1999 von der Biskaya kommend über Frankreich, die Schweiz und
Süddeutschland und richtete einen Schaden von
etwa fünf Milliarden Euro an.
Der Sturm traf mittags mit voller Wucht auf den Schwarzwald,
mit Spitzengeschwindigkeiten von 272 km/h.
Selbst das im tiefen Rheingraben gelegene Karlsruhe registrierte Werte von bis zu 151 km/h. Rund 100 Menschen wurden
europaweit durch den "Jahrhundertsturm" getötet.
In Nordrhein-Westfalen erwarten die Meteorologen den schwersten Sturm seit mehr als vier Jahren.
"Kyrill" wird auf jeden Fall schlimmer als "Franz" letzte Woche und erinnert an "Jeanette" im Herbst 2002",
sagte ein DWD-Experte in Essen.
Damals waren in Nordrhein-Westfalen mehrere Menschen ums Leben gekommen.
In Düsseldorf kündigten Schulen an, den Unterricht nach der vierten Stunde zu beenden.
Die Feuerwehr Mönchengladbach warnte vor herabfallenden Ästen und Trümmern.
So schützen Sie sich
Meiden Sie Aufenthalte im Freien, insbesondere Wälder wegen der Gefahr umstürzender Bäume
Halten Sie Fenster und Türen geschlossen
Sichern Sie Gegenstände im Freien (Balkon,Terrasse)
Halten Sie sich von Gerüsten oder Hochspannungsleitungen fern
Stellen Sie Fahrzeuge nicht unter Bäumen ab
Schützen Sie Kellereingänge vor eindringendem Wasser
Nutzen Sie die Notrufnummer 112 nur für wirkliche Notfälle
In Niedersachsen droht der Sturm in der Nacht zum Freitag.
"Wir haben eine Sturmflutwarnung ausgegeben, wonach mit einem Hochwasser von etwa zwei Metern über dem normalen Hochwasser zu rechnen ist",
sagte Herma Heynen vom Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN).
Es müsse auch an den ostfriesischen Inseln mit Deichabbrüchen gerechnet werden.
Quelle:
www.ZDF.de